Projektbericht

Arminius trifft
auf Algorithmus

Zum 150. Jubiläum des Hermannsdenkmals haben wir gemeinsam mit dem Landesverband Lippe [LVL] den „KI-Hermann“ entwickelt. Ein Projekt, das Denkmalkultur und Künstliche Intelligenz miteinander verbindet. Ziel war es, das Wahrzeichen der Region als digitale Figur neu zu interpretieren und damit eine Auseinandersetzung über Chancen und Grenzen generativer KI anzustoßen.

Projektstatus

abgeschlossen

Von der Statue zum
synthetischen Modell

Seit 1875 ist das Hermannsdenkmal ein Symbol für die Region Lippe. Mit der Kampagne KI-Hermann wurde es erstmals in den Kontext generativer Medien gestellt. Ausgangspunkt war eine einfache Frage: Was passiert, wenn ein Denkmal mithilfe künstlicher Intelligenz zum Leben erwacht?

Unsere Überlegung: Lässt sich der Hermann, dessen äußere Gestalt vielen Ostwestfalen vertraut ist, durch KI so reproduzieren, dass er gleichzeitig wiedererkennbar, aber auch in völlig neuen Perspektiven erscheint?

Dafür wurde ein eigens trainiertes LoRA-Modell [Low-Rank Adaptation] entwickelt, das die charakteristischen Merkmale des Denkmals erfasste und in neue Bild- und Videoszenarien überführte. Mithilfe generativer Bild- und Videobearbeitung entstand so eine digitale Repräsentation des Hermannsdenkmals.

hermann.institute

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Popkultur mit Haltung

Die Kampagne nutzte bewusst die Logik sozialer Medien: kurze Formate, Ironie, popkulturelle Anspielungen. So sollte eine breite Öffentlichkeit erreicht werden – auch Menschen, die klassische Kulturvermittlung sonst kaum anspricht.

Hinter dem spielerischen Zugang stand jedoch eine zentrale Frage: Wie entstehen KI-generierte Inhalte? Welche Daten und Werkzeuge werden genutzt? Und wie lässt sich Verantwortung in Zeiten generativer KI sicherstellen?

Antworten darauf gaben die begleitenden Hermann Insights auf hermann.institute, wo technische Hintergründe, rechtliche Dimensionen und medienethische Überlegungen dokumentiert wurden. Das Denkmal wurde damit nicht nur ins Social-Media-Format übersetzt, sondern in einen echten Dialog mit Nutzer:innen gebracht.

Zitat Wir wollen mit der Kampagne nicht nur zeigen, wozu KI heute fähig ist, sondern nachvollziehbar machen, was dahintersteckt – wie diese Inhalte entstehen, welche Daten und Werkzeuge wir nutzen und wo Verantwortung beginnt.

Lutz Gottschalk + Anna-Lena Büler

Tradition und Innovation im Dialog

Der KI-Hermann zeigt, dass Tradition und technische Innovation keine Gegensätze sind, sondern neue Vermittlungsformen im digitalen Raum ermöglichen. Das Projekt verband künstlerische Medienpraxis, technologische Forschung und gesellschaftlichen Diskurs – eingebettet in das Jubiläumsprogramm „150 Jahre Hermannsdenkmal“.

 
Studiogespräch des "KI-Hermanns"
WDR Lokalzeit OWL
15.08.2025
https://www1.wdr.de/lokalzeit/fernsehen/ostwestfalen-lippe/studiogespraech--180.html
TV-Beitrag zum KI-Hermann
RTL WEST
15. August 2025
https://www.rtl.de/rtl-west/150-jahre-hermannsdenkmal-eine-projektionsflaeche-fuer-jede-epoche-id6585986.html
Radiointerview des KI-Hermanns
Radio Lippe
22. Juli 2025
https://www.facebook.com/Hermannsdenkmaldetmold/videos/gestern-live-bei-radio-lippe-und-heute-für-euch-der-videobeweis-hermann-war-wirk/1820087948861595/