Zum 150. Jubiläum des Hermannsdenkmals haben wir gemeinsam mit dem Landesverband Lippe [LVL] den „KI-Hermann“ entwickelt. Ein Projekt, das Denkmalkultur und Künstliche Intelligenz miteinander verbindet. Ziel war es, das Wahrzeichen der Region als digitale Figur neu zu interpretieren und damit eine Auseinandersetzung über Chancen und Grenzen generativer KI anzustoßen.
Projektbeteiligte
Anna-Lena Büker
Lutz Gottschalk
Guido Falkemeier
Jan Willem Henckel
Tobias Knödel
... und viele mehr
Projektstatus
abgeschlossen

Seit 1875 ist das Hermannsdenkmal ein Symbol für die Region Lippe. Mit der Kampagne KI-Hermann wurde es erstmals in den Kontext generativer Medien gestellt. Ausgangspunkt war eine einfache Frage: Was passiert, wenn ein Denkmal mithilfe künstlicher Intelligenz zum Leben erwacht?
Unsere Überlegung: Lässt sich der Hermann, dessen äußere Gestalt vielen Ostwestfalen vertraut ist, durch KI so reproduzieren, dass er gleichzeitig wiedererkennbar, aber auch in völlig neuen Perspektiven erscheint?
Dafür wurde ein eigens trainiertes LoRA-Modell [Low-Rank Adaptation] entwickelt, das die charakteristischen Merkmale des Denkmals erfasste und in neue Bild- und Videoszenarien überführte. Mithilfe generativer Bild- und Videobearbeitung entstand so eine digitale Repräsentation des Hermannsdenkmals.
Die Kampagne nutzte bewusst die Logik sozialer Medien: kurze Formate, Ironie, popkulturelle Anspielungen. So sollte eine breite Öffentlichkeit erreicht werden – auch Menschen, die klassische Kulturvermittlung sonst kaum anspricht.
Hinter dem spielerischen Zugang stand jedoch eine zentrale Frage: Wie entstehen KI-generierte Inhalte? Welche Daten und Werkzeuge werden genutzt? Und wie lässt sich Verantwortung in Zeiten generativer KI sicherstellen?
Antworten darauf gaben die begleitenden Hermann Insights auf hermann.institute, wo technische Hintergründe, rechtliche Dimensionen und medienethische Überlegungen dokumentiert wurden. Das Denkmal wurde damit nicht nur ins Social-Media-Format übersetzt, sondern in einen echten Dialog mit Nutzer:innen gebracht.
Lutz Gottschalk + Anna-Lena Büler
Der KI-Hermann zeigt, dass Tradition und technische Innovation keine Gegensätze sind, sondern neue Vermittlungsformen im digitalen Raum ermöglichen. Das Projekt verband künstlerische Medienpraxis, technologische Forschung und gesellschaftlichen Diskurs – eingebettet in das Jubiläumsprogramm „150 Jahre Hermannsdenkmal“.